Social web for risk management

Social Web for Risk Management - IDRC 2006 - Christian KlinglerHeute Nachmittag habe ich auf der IDRC meine Arbeit präsentiert. Begonnen habe ich mit der Vorstellung der Outdoorsportarten wie Canyoning, Rafting und Skitouren. Danach habe ich die verschiedenen bekannten öffentlichen Webforen analysiert: ASI Canyoningforum, Gipfelbuch.at, SLF Forum und AufTouren. Dazu auch die zugangsbeschränkten Expertenforen wie ESIS und IFKIS-MIS. Der Paradigmenwechsel im Web 2.0 von ‚publish‘ zu ‚participate‘, die bekanntesten Web 2.0-Services wie Flickr, Wikipedia, Blogs, YouTube etc. und die Protokolle und Standards wie RSS bildeten die Brücke zur Zukunft dieser Foren.

Die Grundidee ist also die Kommunikation der User über solche Webtools. Mit den Beiträgen entsteht dabei das ’social web‘, das im Gegensatz zu zentralistischer Frühwarnung steht. Ich bin dann noch auf die Lösungsansätze zur Qualitätssicherung eingegangen; man kann entweder technologische Mittel versuchen (mit Tools wie Spam Karma oder Akismet), oder auf die User vertrauen, etwa mit Ratings. Aufgetretene juristische Probleme wie in Deutschland beim Forum von heise.de sind noch nicht gelöst.

Nach der Zusammenfassung der wichtigsten Punkte (‚user 2 user‘, ‚web 2.0 tools‘, ’social intelligence‘) gab es aus dem Publikum noch sieben Fragen, was das große Interesse an diesem Ansatz zeigte. Auch die Diskussionsleiterin aus Tobago interessierte sich für die Anwendung bei Hurricans in der Karibik.

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Disaster Management auf der IDRC

IDRC PodiumsdiskussionDie Konferenz ist gegliedert in (eher geopolitische) Plenarsitzungen und in einzelne Sessions, wo es um spezifischere Themen geht. Gestern war ich bei Sessions zu Landslides und zu Fernortung dabei. Bei Muren und Hangrutschungen gibt es sehr großes Interesse, weil es dieses Problem in vielen Ländern gibt. Österreichisches Know-how wäre exportfähig und gefragt.

Beim Thema Fernerkundung arbeiten wir im ESA-Projekt ‚ASSIST‘ mit. Einige Partner aus dem Konsortium waren hier in Davos um gemeinsam das Projekt vorzustellen, in der Gruppe über weitere Schritte im Projekt zu diskutieren und auch um Lobbying zu machen. Andreas Wiesmann von Gamma Research zeigte neue SAR-Daten vom Unterengadin. Die Aufnahmen zeigten interessante Bewegungen in Ftan, aber auch am Reschen und im Samnaun. Die SLF-Vertreter und ich werden ab Frühjahr 2007 jeweils einen ‚Service Node‘ in Davos und Landeck aufstellen.

Auf der IDRC in Davos

Gestern bin ich in Davos angekommen, wo ich bis Freitag an der ‘International Disaster Reduction Conference’ teilnehme. Am Donnerstag werde ich in einer Session mein Paper ‘Social web for risk management’ präsentieren. Bei der Opening Reception habe ich Kontakte nach Kyoto (JP) und Neuseelang geknüpft. Es regnet, oben am Flüela fällt sogar Schnee, aber bei so einer Konferenz darf natürlich nicht die ganze Zeit schönes Wetter sein 😉

Heute war ich nach der offiziellen Eröffnung am Nachmittag in einer Session zu ‚Flood Risks‘, in der Jakob Rhyner IFKIS-Hydro vorgestellt hat. Dabei werden die langjährigen Davoser Erkenntnisse und Methoden bei der Lawinenwarnung auch beim Risk Management von Bächen und Muren umgesetzt. Die wesentlichen Punkte, die mir bei dem Konzept aufgefallen sind: Die Rolle der Beobachter, und das starke Einbeziehen der lokalen Experten.