Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen

Sicherheitskonzept für VeranstaltungSeit Ende 2003 schon gesetzlich vorgeschrieben (zumindest in Tirol), aber noch nicht überall bekannt und durchgeführt: Veranstaltungen mit mehr als 1000 erwarteten Besuchern benötigen ein „sicherheits- und rettungstechnisches Konzept“. Wie sieht nun so ein Sicherheitskonzept aus? Anhand des konkreten Beispiels „TV Total Promi-Parallelslalom“ in St. Anton am Arlberg werde ich in den kommenden Artikeln die Entstehung so eines Sicherheitskonzepts erklären.

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Stromausfall in halb Mitteleuropa

Am Samstag, den 3. November fiel in halb Europa plötzlich der Strom aus. Auch Teile Tirols (zB Ebbs, Sölden) waren betroffen. Undenkbar noch vor wenigen Jahren. Weil es Samstagabend war, waren die Folgen noch recht harmlos.

Was wäre wenn? Wäre ihr Unternehmen betroffen? Was passiert bei ihnen? Betreiben sie Risikomanagement?
Sind ihre Computer geschützt? Ein dreitägiger Stromausfall sei für 25 Prozent der Firmen existenzbedrohend, zumal die Energieversorger in so einem Fall keine Haftung für Schäden übernehmen, warnt die Bitkom. Eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung), die einen Stromausfall überbrücken kann, gibt es ab etwa EUR 250,-.

100 Jahre SOS

„SOS“ wird heute 100 Jahre alt: Am 3. Oktober 1906 vereinbarten Experten auf der Internationalen Funkkonferenz in Berlin die Einführung des SOS-Notrufs.
· · · – – – · · ·, drei kurz drei lang drei kurz: Das Morsezeichen sollte unmissverständlich sein und über ein Schiff in Seenot alarmieren.

Davor gab es einen erbitterten Konkurrenzkampf der Funksystemhersteller. Das ging sogar so weit, dass es Funkern verboten wurde, auf Funknotrufe zu antworten, wenn diese nicht vom eigenen System stammten.

Heute ist der Begriff „SOS“ Synonym für Hilferufe. (Das Morsen wird nur mehr von einigen Amateurfunkern gepflegt, und in der Schifffahrt wird seit 1999 über ein internationales satellitengestütztes Seenot-Funksystem alarmiert.)

Sicherheit – stilles Qualitätsmerkmal im Tourismus?

Mike Peters, Uni InnsbruckBei einer Diskussionsveranstaltung bei alpS in Innsbruck ging es um Sicherheit als Qualitätsmerkmal im (Tiroler) Tourismus. Die vier Referenten Karl Gabl (Kuratorium für alpine Sicherheit), Mike Peters (Uni Innsbruck), Ernst Schöpf (Bürgermeister von Sölden), Gerhard Föger (Tourismusabteilung Land Tirol) und Thomas Schroll (Schlick 2000) waren sich einig über die Wichtigkeit der Sicherheit als Grundbedürfnis ähnlich sauberem Wasser. Wichtig sei das Vertrauen der Gäste. Gerhard Föger sieht Sicherheit im Tourismus als ständigen Entwicklungsprozess. Das Fazit war:

  • An Hardware und Software (Kompetenzen, Ausstattung, Kommunikatione, Zuständigkeiten) kontinuierlich arbeiten
  • die Wichtigkeit der Sicherheit vor allem intern bei den Leistungserbringern kommunizieren
  • nach außen signalisieren: „Die tun was!“, aber das Restrisiko nicht verschweigen

Interessantes Detail: Ernst Schöpf zeigte als Positivbeispiel das von ASI erstellte Sicherheitskonzept für den Ski-Weltcup her.

Kommentare und Fragen zu ‚Social web for risk management‘

Etwa 25 Teilnehmer waren bei der Session auf der IDRC, bei der ich mein Paper Social web for risk management präsentiert habe, dabei. Convenor war Mrs Levis Guy-Obiak aus Trinidad-Tobago. Im Anschluss an meinen Vortrag entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Ich habe die wichtigsten Kommentare und Fragen der Teilnehmer notiert.

  1. Session mit Levis Guy-ObiakMrs Guy-Obiak fand es ein interessantes Werkzeug für ländliche Regionen wie die karibischen Inseln. In ihrer Heimat Tobago sind vor allem Hurrikans ein Problem.
  2. Paul Borsboom, ein holländischer Teilnehmer stellte die Frage nach Objektivität. Meine Antwort war, dass jeder Beitrag subjektiv ist. Allerdings gilt das auch für zentrale Warnungen.
  3. Michael Bründl vom SLF wollte wissen, ob die Benutzer Ratings nutzten. Meiner Erfahrung nach werden Ratings (positiver/negativer Beitrag) vor allem bei extremen Postings benutzt. Darüber hinaus gilt: Je mehr Benutzer, desto mehr Ratings.
  4. Eine Dame aus Potsdam stellte fest, dass es immer einen Bedarf nach zentraler Frühwarnung der Behörden gibt. Ich stimme zu; mit dem Zusatz, dass diese Warnungen auch aus Daten von (dezentralen) Beobachtern vor Ort gebildet werden.
  5. Ein Teilnehmer aus Nairobi fand den Ansatz ebenfalls interessant. Mit der zentralen Warnung, die nach dem Tsunami aufgebaut worden war, machte er keine gute Erfahrung.
  6. Convenor Guy-Obiak erzählte, dass die Menschen die Hurricanwarnung oft ignorieren. „This tool would fit to rural poor people with mobile phones“.
  7. Der Herr aus Kenia war von den fantasievollen Usernamen in einem Beispiel irritiert.

Viel Zustimmung gab es zu meiner Abschlussbemerkung, dass all diese Tools (Flickr, Weblogs, etc.) von den Menschen bei der täglichen Arbeit verwendet werden und sie deshalb bei einem Ereignis auch mit diesen Werkzeugen vertraut sind.

ASSIST vorgestellt

Die IDRC 2006 nutzte unsere Konsortium auch, um unser EU-Projekt ASSIST vorzustellen. Ulli Leibnitz vom Koordinator VCS stellte in einer Session das Projekt, seine Ziele und den aktuellen Stand vor. Nach dem ersten Jahr mit der Erstellung der Requirements der Anwender geht es im zweiten Jahr darum, diese in einen Demonstrator umzusetzen.

Andreas WiesmannAndreas Wiesmann von Gamma Research präsentierte in seiner Session die neuesten Methoden im SAR-Bereich (Synthetic Aperture Radar) vor. Eine Karte des Unterengadin zeigte in Falschfarbenvisualisierung die detektierten Massenbewegungen.
Am Donnerstag, den 30.08. nutzten wir das Zusammentreffen auch zu einem Projektmeeting. Nach einer Führung durch das SLF durch Jakob Rhyner planten wir die nächsten Schritte für Herbst und Winter.