Fragen und Antworten zum Tiroler Rafting Lehrplan

Fragen und Antworten zum Tiroler Rafting Lehrplan

Für den Tiroler Rafting Verband entwickelt eine Arbeitsgruppe einen Fragenkatalog als Ergänzung zum Tiroler Rafting Lehrplan. Neben der Projektabwicklung stelle ich die Groupware-Werkzeuge (Google Docs) zur Verfügung.

Anmerkung (Christian Klingler): Dieses Dokument ist ein Vorentwurf und noch nicht die endgültige Fassung.
Nach der letzten Arbeitsgruppensitzung am 25.02.2008 wird nun ein erster Entwurf für die Endfassung ausgearbeitet.
Die Fragen in den einzelnen Kapiteln werden jeweils in rechtliche / technische Fragen aufgeteilt.
Anregungen und Kommentare bitte per Email an christian.klingler@alpinesicherheit.com senden

1. Rechtliche Fragen

1. Rechtliche Fragen:

1.1. Nennen Sie die wesentlichsten Rechtsbereiche, die ein Schiffsführer beachten sollte!

 

 

  • Schifffahrtsgesetz

  • Schiffsführerverordnung (regelt den Bereich „Schiffsführerprüfungen“)

  • Schiffszulassungsverordnung (regelt den Bereich „Zulassung von Rafts“)

  • Seen- und Fluss-Verkehrsordnung (Verkehrsvorschriften, Schifffahrtszeichen,…)

  • Zivilrecht

  • Strafrecht

  • Tiroler Naturschutzgesetz

 

1.2. Auf welchen Gewässern gilt das Schifffahrtsgesetz?

  • Das Schifffahrtsgesetz gilt auf allen öffentlichen fließenden Gewässern (in Österreich)

  • Das Schifffahrtsgesetz gilt weiters auf jenen öffentlichen Gewässern und Privatgewässern,
    welche im Anhang zum Schifffahrtsgesetz detailliert angeführt sind.

1.3. Nennen Sie Beispiele von Verordnungen, welche auf Grund des Schifffahrtsgesetzes erlassen worden sind!

 

  • Schiffsführerverordnung (regelt den Bereich „Schiffsführerprüfungen“)

  • Schiffszulassungsverordnung (regelt den Bereich „Zulassung von Rafts“)

  • Seen- und Fluss-Verkehrsordnung (Verkehrsvorschriften, Schifffahrtszeichen,…).

Das Schifffahrtsgesetz sowie die auf Grund des Schifffahrtsgesetzes erlassenen Verordnungen
gelten für das gesamte Bundesgebiet (Österreich).

 

1.4. Welche jahres-/ tageszeitliche Beschränkungen gelten für die Ausübung der Schifffahrt mit „Rafts“ im Bundesland Tirol?

 

 

  • Imster Schlucht 01.05.-15.10.

  • Ötztaler Ache (ab Oetz) 16.05.-30.09.

  • Tösener Schlucht 01.05.-15.10.

  • Sanna 01.05. – 30.09.

  • Lech 01.05. – 30.09.

  • Tiroler Ache 01.06.-14.09. / Großache 15.05.-31.05. / Großache bei Einstieg ab Kössen, Bauhof 15.09.-15.10.

  • Isel 15.05.-30.09.

  • Anmerkung: Beschränkungen können nicht nur von BH oder Land verordnet sein
  • Tipp: Die Verordnungen, die auf der Prüfungsstrecke gelten, sollte der Prüfling kennen

 

Das Fahren mit Rafts ist grundsätzlich nur bei Tag und klarer Sicht gestattet.

Eine Befahrung der „Raft“-Strecken ist nur von 09:00 – 19:00 Uhr gestattet.

 

1.5. Welchen Zweck haben jahres-/ tageszeitliche Beschränkungen?

 

 

 

 

Jahres-/ tageszeitliche Beschränkungen haben den Zweck, die mit der Ausübung des Raftings (bzw. sonstigen „Wildwasser“-Sports) verbundenen Probleme zu lösen.

Dabei müssen folgende Kriterien berücksichtigt werden:

 

  • Sicherheit der Schifffahrt und der Personen

  • Schutz von Personen/Anrainern vor Lärmbelästigung

  • Schutz der der Gewässer vor Verunreinigung

  • Schutz der Ufer

  • Interessen der Jagd, der Fischerei, des Naturschutzes sowie des Fremdenverkehrs

Anmerkung: Wissen um Naturschutzgebiete bzw. -schutzzonen, zB am Lech oder der Kössener Ache

 

1.6. Wer ist für die Einhaltung der Vorschriften des Schifffahrtsgesetzes verantwortlich?

  • Für die Einhaltung der Vorschriften des Schifffahrtsgesetzes ist, soweit sie sein Fahrzeug (Raft) betreffen der Schiffsführer verantwortlich!

 

1.7. Wann spricht man von einem „gewerbsmäßig“ betriebenen Rafting?

  • Von einem „gewerbsmäßig“ betriebenen Rafting spricht man dann, wenn das Rafting selbständig, regelmäßig sowie in der Absicht betrieben wird, einen Ertrag oder sonstigen wirtschaftlichen Vorteil zu erzielen; Dabei ist es gleichgültig, für welche Zwecke dieser Ertrag bestimmt ist.

  • Die gewerbsmäßige Ausübung des Raftings darf nur mit behördlicher Bewilligung (Konzession) erfolgen!

 

1.8. Erklären Sie den Begriff „Raft“!

  • Ein Raft ist ein aufblasbares Ruderfahrzeug, das zum Befahren von Flüssen mit hoher Strömungsgeschwindigkeit (Wildwasser) bestimmt ist und auf Grund seiner Bauart die Beförderung von mindestens 4 (vier) Personen zulässt.
  • Ein Raft hat zwei Längswülste, auf denen sich die Passagiere gegenüber sitzen.

 

 

1.9. Erklären Sie den Begriff „Wildwasser“!

  • Ein Wildwasser ist ein Fluss mit hoher Strömungsgeschwindigkeit.

 

1.10. Erklären Sie den Begriff „Ruderfahrzeug“!

  • Ein Ruderfahrzeug ist ein Fahrzeug, das seinen Antrieb ausschließlich durch menschliche Muskelkraft erhält.

1.11. Erklären Sie den Begriff „Schwimmkörper“!

  • Schwimmkörper sind Flöße und andere fahrtaugliche Konstruktionen, Zusammenstellungen oder Gegenstände mit oder ohne Maschinenantrieb, die weder Fahrzeuge noch schwimmende Anlagen sind (z.B.: Segelbretter, Jetski, Wetbikes, unbemannte Schlepp- und Wasserschischleppgeräte)

 

 

1.12. Wie müssen gewerblich genutzte Rafts beschaffen sein?

  • Wildwassergeeignete Ruderfahrzeuge in Hartschalen-Bauweise;
    d.s. Ruderfahrzeuge, die bestimmte Wildwasserkriterien erfüllen können und aus festem Kunststoff, aus Holz oder aus Metallen sowie aus Verbindungen dieserMaterialien hergestellt sind (zB Kajak, Canadier, …).

  • Wildwassergeeignete Ruderfahrzeuge in aufblasbarer Form;
    d.s. Ruderfahrzeuge, die bestimmte Wildwasserkriterien erfüllen können und aus einer Haut mit oder ohne Versteifungen aus festem Material bestehen
    und aus gummierter Leinwand oder geeigneten, anderen elastischen Stoffen hergestellt sind (zB aufblasbare Rafts, aufblasbare Kajaks oder Canadier, …).
  • Wildwassergeeignete Ruderfahrzeuge in zerlegbarer Form;
    d.s. Ruderfahrzeuge, die bestimmte Wildwasserkriterien erfüllen können und aus einem Holz-, Alu- oder Kunststoffgerüst bestehen, die mit einer Haut aus Gummi, Leinwand, faltbarem Kunststoff oder Verbindungen aus diesen Materialien zu einem Ganzen gefertigt sind (zB Faltboote, …)

1.13. Welche Anforderungen (Bauvorschriften) müssen gewerblich genutzte Rafts erfüllen?

  • Die Stabilität muss dem Stand der Technik entsprechen
    Beim völligen Entleeren einer Luftkammer darf ein mit der maximalen Nutzlast beladenes Raft nicht kentern
  • Der Boden kann aufblasbar oder ausgeschäumt sein und muss so gestaltet sein (einvulkanisiert oder eingeschnürt), dass seine Festigkeit ein sicheres Begehen erlaubt
  • Längsschläuche müssen so dimensioniert sein, dass sie der Gesamtproportion des Rafts entsprechen und für die vorgesehene Verwendung ausreichenden Freibord und Stabilität sicherstellen
  • Das Heck muss mindestens so hoch wie die Längsschläuche ausgeführt sein
  • Das Raft kann mit Querschläuchen ausgestattet sein; diese können entweder im Raft fest eingeklebt oder abnehmbar sein
  • Rafts müssen mindestens 5 voneinander unabhängige Luftkammern aufweisen; die Trennung der Kammern kann durch ein Quer- oder ein Längsschott erfolgen
    (aus Sicherheitsgründen wird ein Längsschott empfohlen)
  • Jede Luftkammer muss mit einem Ventil (mit Rückschlagsystem) ausgestattet sein.
    Die Ventile müssen sich unabhängig vom Rückschlagsystem von Hand luftdicht verschließen lassen und eine dosierte Druckreduzierung zulassen bzw. das Messen des Aufblasdruckes mittels Druckmeßgerät (Druckanzeige) ermöglichen
  • Ein eingeschnürter Boden muss des öfteren abgeknöpft werden


1.14. Was sind „wildwassergeeignete Schwimmkörper“?

 

  • Wildwassergeeignete Schwimmkörper sind Flöße und andere fahrtaugliche Konstruktionen,
    Zusammenstellungen oder Gegenstände, die für den Einsatz auf einem Wildwasser konzipiert worden sind (z.B.: Surfkajaks, Katarafts, …)


1.15. Erklären Sie den Begriff „Sportgerät“!

 

  • Sportgeräte sind Luftmatratzen, Schwimmreifen und andere ausschließlich Sport- und Spielzwecken dienende Geräte (ohne Maschinenantrieb)

1.26. Nennen Sie die allgemeinen Sorgfaltspflichten eines Schiffsführers?
Der Schiffsführer hat alle Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um folgendes zu vermeiden:

  • eine Gefährdung von Menschen

  • eine Beschädigung von anderen Fahrzeugen oder Schwimmkörpern, von Ufern, Bauten oder Anlagen jeder Art im Gewässer oder am Ufer

  • eine Behinderung der Schifffahrt oder der Berufsfischerei

  • eine Verunreinigung der Gewässer

 

1.17. Welche Mindest-Besatzung muss ein Raft haben?

  • Jedes zum gewerbsmäßigen Einsatz gelangende Raft muss eine Besatzung haben, die nach Anzahl und Befähigung ausreicht, die Sicherheit der Schifffahrt sowie die sichere und ordnungsgemäße Durchführung des Schifffahrtsbetriebes zu gewährleisten.

 

1.18. Wann gilt ein Schiffsführer als geistig und körperlich nicht geeignet?

  • Als geistig und körperlich nicht geeignet gilt ein Schiffsführer insbesondere dann, wenn er sich in einem durch Alkohol oder sonstige Rauschmittel beeinträchtigten Zustand befindet.

Eine geistig und körperlich nicht geeignete Person ist nicht berechtigt,

ein Raft selbständig zu führen!


1.19. Welche Alkoholbestimmungen gelten beim Führen eines Rafts?

  • Als geistig und körperlich nicht geeignet gilt ein Schiffsführer insbesondere dann, wenn er sich in einem durch Alkohol oder sonstige Rauschmittel beeinträchtigten Zustand befindet.

  • Von der Behörde ermächtigte Organe sind berechtigt, Personen, die sich offenbar in einem durch Alkohol oder sonstige psychotrope Substanzen oder durch außergewöhnliche Erregung oder Ermüdung beeinträchtigten Zustand befinden, an der Führung oder Inbetriebnahme eines Fahrzeuges, Schwimmkörpers oder Verbandes zu hindern.

 

  • Von der Behörde ermächtigte Organe sind weiters berechtigt, solche Personen sowie Personen, die verdächtig sind, in einem durch Alkohol oder sonstige psychotrope Substanzen oder durch außergewöhnliche Erregung oder Ermüdung beeinträchtigten Zustand eine Havarie verursacht zu haben, auf Alkoholgehalt der Atemluft zu untersuchen.

 

 

 

 


Wer zu einer Untersuchung der Atemluft aufgefordert wird oder einem Arzt zur Untersuchung
hinsichtlich einer Beeinträchtigung der geistigen und körperlichen Eignung vorgeführt worden ist,
hat sich dieser Untersuchung zu unterziehen.

 

1.20. Müssen die Anordnungen des Schiffsführers von allen an Bord des Rafts befindlichen Personen eingehalten werden? Und warum?

 

  • Ja, die Anordnungen des Schiffsführers müssen von allen an Bord befindlichen Personen eingehalten werden.

  • Schon aus Gründen der Sicherheit der Schifffahrt mit Rafts, zB Panik, sicherer Ausstieg, …
  • Siehe auch Kap. 3 Signale und Zeichen
Der Schiffsführer ist für die Sicherheit des unter seiner Führung stehenden Rafts
sowie der zu befördernden Personen allein verantwortlich!


1.21. Was machen Sie, wenn Sie von Ihrem Dienstgeber damit beauftragt werden, eine dem Schifffahrtsgesetz widersprechende Tätigkeit durchzuführen?

 

 

  • Ich mache den Dienstgeber auf meine persönliche Verantwortlichkeit als Schiffsführer in Bezug auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen aufmerksam.
Der Schiffsführer hat für die Befolgung der Bestimmungen des Schifffahrtsgesetzes,
soweit sie das von ihm geführte Raft betreffen, zu sorgen!


 

1.22. Wo können Sie in Erfahrung bringen, ob Ihr Dienstgeber zur gewerbsmäßigen Ausübung des Raftings überhaupt befugt ist bzw. für welche Raft-Strecken eine behördliche Bewilligung (Konzession) vorliegt?

 

  • Ich lasse mir den Konzessionsbescheid zeigen!

  • Der Konzessionsinhaber hat die bescheidmäßig vorgeschriebene Verpflichtung, dem jeweiligen Schiffsführer die Bedingungen, Auflagen sowie Einschränkungen des entsprechenden Konzessionsbescheids nachweislich zur Kenntnis zu bringen.


 

 

 

 

 

 

1.23. Der Schiffsführer muss über die wesentlichsten Punkte im Konzessionsbescheid Bescheid wissen!
Wie erlangt ein Schiffsführer Kenntnis von diesen Regelungen?

 

  • Der Schiffsführer muss sich über die wichtigsten Punkte der Konzession informieren.
  • Der Konzessionsinhaber hat die bescheidmäßig vorgeschriebene Verpflichtung, dem jeweiligen Schiffsführer die Bedingungen, Auflagen sowie Einschränkungen des entsprechenden Konzessionsbescheids nachweislich zur Kenntnis zu bringen.
  • Ich lasse mir den Konzessionsbescheid zeigen!

 

1.24. Über welche wesentlichen Punkte im Konzessionsbescheid muss der Schiffsführer Bescheid wissen?


  • Anzahl der einsetzbaren Rafts pro Unternehmen und Flussabschnitt

  • Bewilligte An-/Ablegestellen

  • Einsatz von ausschließlich amtlich zugelassenen Rafts

  • Allgemeine Sicherheitsauflagen

  • Zusätzliche Sicherheitsauflagen für bestimmte Raft-Strecken

  • Jahres-/tageszeitliche Beschränkungen

 

1.25. Welche Ordnungsvorschriften muss ein Schiffsführer bei einer Rafting-Tour einhalten?

  • Das „wildwassergerechte“ Einkleiden der Fahrgäste hat ausschließlich in der Raft-Basis bzw. in entsprechend ausgestatteten Räumlichkeiten zu erfolgen, die bei einzelnen An-/Ablegestellen für diesbezügliche Zwecke zur Verfügung stehen;
  • Bei der gewerbsmäßigen Ausübung der Schifffahrt mit Rafts dürfen außer zur Abwendung einer unmittelbar drohenden Gefahr nur jene An-/Ablegestellen benutzt werden, welche im Konzessionsbescheid ausdrücklich angeführt worden sind.
  • Ein Aufenthalt im Bereich der bewilligten An-/Ablegestellen ist (unabhängig von privatrechtlichen Vereinbarungen) nur solange gestattet, als es die Erfüllung der vorgeschriebenen Sicherheitsauflagen (Sicherheitsgespräch, Kontrolle der Rafts bzw. der Ausrüstung der Fahrgäste, …) notwendig macht;
  • Der unmittelbare Bereich der bewilligten An-/Ablegestellen ist sauber zu halten und darf insbesondere nicht als „Bedürfnis“-Anstalt missbraucht werden; Hiefür sind allenfalls an Ort und Stelle aufgestellte bzw. in der jeweiligen Raft-Basis befindliche sanitäre Anlagen zu benutzen;
  • Anfallender Müll ist, soferne im Bereich der bewilligten An-/Ablegestellen kein Abfallbehälter vorgesehen ist, mitzunehmen und in der „Raft“-Basis zu entsorgen;
  • Im unmittelbaren Bereich der bewilligten An-/Ablegestellen ist es (mit Ausnahme von besonders ausgewiesenen Stellen) untersagt, Picnics oder dgl. zu veranstalten;
Der Konzessionsinhaber (bzw. bei Bestellung eines „Betriebsleiters“ der Betriebsleiter) hat alle erforderlichen Maßnahmen
(insbesondere durch Anweisung an sein Personal) zu treffen, dass die oben angeführten Bedingungen auch eingehalten werden!

Schiffszulassung

1.26. Was ist beim gewerbsmäßigen Einsatz von „Rafts“ besonders zu beachten?

  • Bei der gewerbsmäßigen Ausübung des Raftings dürfen nur „amtlich“ zugelassene und mit einem „Amtlichen Kennzeichen“ versehene Rafts eingesetzt werden!

Hände weg von „Rafts“ ohne amtliche Zulassung!

 

1.27. Wie viele Fahrgäste dürfen Sie auf einem Raft mitnehmen?

  • Höchstens 12 Fahrgäste, jedenfalls aber nicht mehr, als die in der Amtlichen Zulassung des Rafts angeführte maximal zulässige Anzahl von Personen.

 

1.28. In der „Amtlichen Zulassung“ ist ua die Rubrik „Zugelassene Anzahl von Personen an Bord“ enthalten. Besteht dabei ein Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindern?

 

  • Bei der Festlegung der maximal zulässigen Anzahl von Personen an Bord gelten Kinder als Erwachsene.

  • Es besteht daher kein Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindern.

 

1.29. Was ist das „Amtliche Kennzeichen“?

 

  • Jedes amtlich zugelassene Raft muss mit einem Amtlichen Kennzeichen gekennzeichnet sein.
    Beispiel: (T-30502)
  • Das Amtliche Kennzeichen besteht aus einem Großbuchstaben in lateinischen Schriftzeichen zur Bezeichnung der Zulassungsbehörde, gefolgt von einem Bindestrich und einer fünfstelligen Zahl in arabischen Ziffern.

 

 


 

  • Die Buchstaben zur Bezeichnung der Zulassungsbehörden sind:
    A Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr
    B Landeshauptmann von Burgenland
    K Landeshauptmann von Kärnten
    N Landeshauptmann von Niederösterreich

    O Landeshauptmann von Oberösterreich

    S Landeshauptmann von Salzburg

    St Landeshauptmann von Steiermark

    T Landeshauptmann von Tirol

    V Landeshauptmann von Vorarlberg

    W Landeshauptmann von Wien
  • Das amtliche Kennzeichen ist vom Zulassungsinhaber in dauerhafter Ausführung auf dem Fahrzeug anzubringen und in einem gut lesbaren Zustand zu erhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Das Kennzeichen ist, (sofern das Fahrzeug nicht für den Einsatz auf Wasserstraßen bestimmt ist,)
    an beiden Seiten des Fahrzeuges (an der Bordwand oder an den Aufbauten) anzubringen!

  • Schrifthöhe 150 mm, Schriftstärke 20 mm, Schriftart Weiße Schrift (auf dunklem Grund) oder Schwarze Schrift (auf hellem Grund)

 

 

 

1.30. Was ist eine „Kontroll“-Karte und welche Daten sind darin enthalten?

  • Die Kontroll-Karte gibt es nicht mehr

  • Mitzuführen ist das Original ober ein beglaubigtes Duplikat der Zulassung

  • (Hinweis: das gilt nur für alle Raftstrecken in Tirol)

Schiffsführung

1.31. Welche Berechtigung benötigen Sie um ein Raft selbständig zu führen?

  • Jedes zum Einsatz gelangende Raft muss unter Führung einer hiefür befähigten (Inhaber eines Schiffsführerpatentes – Raft) sowie geistig und körperlich geeigneten Person (= Schiffsführer) stehen.

Gilt auch für das privat betriebene Rafting!

1.32. Unter welchen Umständen kann ein Schiffsführerpatent – Raft entzogen werden?

 

  • Ein Schiffsführerpatent – Raft kann entzogen werden, wenn der Inhaber des Patents eines der Erfordernisse (für den Erwerb des Patents) nicht mehr erfüllt.
  • Ein Schiffsführerpatent – Raft kann entzogen werden, wenn der Inhaber des Patents wiederholt grobe Verletzungen gegen die schifffahrtsrechtlichen Vorschriften begangen hat.

 

 

 

 

 

1.33. Unter welchen Umständen kann die Behörde eine Nachprüfung anordnen?

  • Bei groben Verletzungen gegen die schifffahrtsrechtlichen Vorschriften, die auf mangelnde fachliche Befähigung schließen lassen, kann die Behörde eine Nachprüfung anordnen.

 

  • Die Nachprüfung erstreckt sich auf jene Fachgebiete bzw. Prüfungsteile, in denen von der Behörde Mängel festgestellt wurden.


 

Behörden

 

1.34. Welche behördlichen Zuständigkeiten im Bereich „Rafting“ kennen Sie?

  • Rafting-Konzession: Landesregierung

  • Zulassung zu Schiffsführerprüfung, Zulassung von Rafts: Landeshauptmann

  • Verwaltungsstrafverfahren, Wassersportveranstaltungen: Bezirkshauptmannschaft

 


 

1.35. Welche Folgen hat ein Verstoß gegen die Bestimmungen des Schiffahrtsgesetzes?

 

  • Verwaltungsstrafen bis zu EUR 3.636,-

  • Nachschulungen

 

1.36. Welche zusätzlichen Folgen kann ein Verstoß gegen die Bestimmungen des Schifffahrtsgesetzes haben?

  • Strafrechtliche Verantwortung vor den Gerichten (etwa bei Unfällen)

  • Zivilrechtliche Schadenersatzforderungen

  • Haftpflichtversicherung könnte Regressforderungen stellen

 

1.37. Nennen Sie einige Beispiele für Verwaltungsübertretungen!

  • Führen eines Rafts ohne Schiffsführerpatent – Raft

  • Nichtmitführen des Schiffsführerpatents – Raft

  • Führen eines Rafts ohne „Amtliche Zulassung“

  • Nichteinhaltung von Auflagen im Konzessionsbescheid

1. Technische Fragen:

1.38. Was versteht man unter dem Begriff „Steuerbord“?

  • Steuerbord nennt man die rechte Schiffsseite!

 

1.39. Was versteht man unter dem Begriff „Backbord“?

  • Backbord nennt man die linke Schiffsseite!

 

1.40. Erklären Sie die Begriffe „Bug“ bzw. „Heck“!

  • Bug“ ist der vordere Teil eines Schiffes

  • Heck“ ist der hintere Teil eines Schiffes

 

1.41. Erklären Sie den Begriff „Länge“!

  • Länge über alles (ohne Anhänge wie zB Bugspriet oder Steuer)

 

1.42. Erklären Sie die Begriffe „Tag“ bzw. „Nacht“ ?

  • Tag ist der Zeitraum zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

  • Nacht ist der Zeitraum zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang.

2. Tourenplanung

2. Rechtliche Fragen:

2.1. Sie möchten eine Raft-Strecke befahren! Was müssen Sie dabei beachten?

 

  • Der Schiffsführer hat vor Durchführung jeder (!) „Rafting“-Tour Informationen über den jeweiligen Wasserstand,
    über allfällige Änderungen der Wettersituation (Aufkommen eines Gewitters, …) sowie
    über allfällige Gefahrenquellen (natürliche/künstliche Hindernisse, …) einzuholen.
  • Der Schiffsführer muss mit der Eigenart des zu befahrenden Gewässers vertraut sein;
  • Der Schiffsführer muss auch genauestens über den geographischen Raum, den der Fluss durchläuft, Bescheid wissen;
  • Gibt es für den Fall eines Unfalls einen Evakuierungsplan?

2.2. Welche Informationsquellen stehen Ihnen vor der Befahrung eines für Sie fremden Flussabschnitts zur Verfügung?

 

  • Flusskarte (siehe Frage 4.5.)

  • Flussführer

  • Berichte über frühere Befahrungen (mit Skepsis lesen)

  • Örtliche Kajak-Clubs, Rafting-Unternehmen oder ähnliches

  • Internetquellen
  • Begehung

 

2.3. Was bedeutet „Fahren auf Sicht“ und „Fahren bis zum letzten noch einsehbaren Kehrwasser“?

  • „Fahren auf Sicht“ ist „Fahren bis zum letzten noch einsehbaren Kehrwasser“.
  • Fahre nur soweit du sehen kannst; steig ansonsten aus und begehe den darauf folgenden Flussabschnitt.

 

 

 

  • Fahren bis zum letzten noch einsehbaren Kehrwasser mit anschließender Begehung bis zum nächsten (etwa hinter einer Flussbiegung gelegenen) Kehrwasser.

 

 

2.4. Welche geographischen Örtlichkeiten muss sich der Schiffsführer besonders gut einprägen?

  • Sämtliche Einbauten und Hindernisse (bei verändertem Wasserstand ändert sich der Schwierigkeitsgrad der Befahrung)

  • Evakuierungspunkte entlang des Flusses

  • Zufahrtsmöglichkeiten zum Fluss (z.B. für Rettung)

  • Hubschrauberlandemöglichkeit in Ufernähe entlang des Flusses

 

2.5. Was ist ein Einsatz- bzw. Evakuierungsplan?

  • Flusskarte mit Evakuierungsmöglichkeiten (Aus Koordinationsgründen sollte diese Karte für die Rettungsorganisationen nummeriert sein und den genauen Standort angeben können).

 

  • Schriftstücke mit den Telefonnummern der verschiedenen Einsatzorganisationen (Rettung, Feuerwehr, Polizei) sowie der Krankenhäuser und praktischen Ärzte entlang des Flusses.

  • Abschnitte, auf denen es keinen Mobilfunkempfang gibt.
  • Bei schlechtem oder keinem Mobilfunkempfang: Sonstige Orte, bei denen die Möglichkeit zum Telefonieren besteht (Telefonzellen, Gasthäuser, private Häuser mit Telefon).

 

2. Technische Fragen:

(teilweise zu definieren)

3. Signale und Zeichen

3. Rechtliche Fragen:

(keine)

 

3. Technische Fragen:

3.1. Welche wichtigen Handzeichen kennen Sie?

Dies sind die wichtigsten drei Handzeichen:

  • Achtung – Hilfe
Achtung!
Notsituation – Hilfe wird benötigt

Arm heben

Eine Hand ausgestreckt über dem Kopf

  • Unfahrbare Stelle
Unbefahrbare Stelle

 


Beide Arme über dem Kopf kreuzen


  • Person in Gefahr
Person in Gefahr

 


Beidarmiges Schwenken über Kopf

3.2. Weitere Handzeichen

  • Erste Hilfe / Arzt
Wir benötigen Erste Hilfe und Arzt

 


Beide Arme überkreuzt vor der Brust;
ein Arm horizontal – einer vertikal

 


  • Okay
Alles okay

 


Faust mit Daumen nach oben
 
Hand über den Kopf (bei großer Entfernung)
  • Kehrwasser fahren / einschlingen
Nach links/rechts fahren bzw. ins Kehrwasser

 


1. Ein Arm gestreckt mit dem Zeigefinger nach oben und kreisförmige Bewegungen machen…
 

 


2. … und dann (nach Erkennung des Zeichens)
in die gewünschte Richtung zeigen

4. Gewässerkunde

4. Rechtliche Fragen:

(keine)

4. Technische Fragen:

 

4.1. Was versteht man unter Stufen bzw. Abfall? Und was müssen Sie dabei beachten?

  • Eine Stufe im Flussbett (verursacht durch Gefällstufe, Wasserfall, Wehr oder dergleichen)

  • Wenn Wasser über eine Kante stürzt (natürlich oder künstlich)

  • Höhe und Steilheit der Stufe von 0,5m aufwärts

  • Beschaffenheit des Unterwassers prüfen (ist genügend Wassertiefe?)

  • Überwindbarer Rücklauf prüfen

  • Im Zweifel muss umtragen werden

Im Zweifelsfall immer umtragen!

 

4.2. Was versteht man unter „verblockt“? Und was müssen Sie dabei beachten?

  • Ein Wildwasser, das mit vielen Felsblöcken (Steinen, Riegeln, Rippen) durchsetzt ist.

  • Es gibt natürliche und künstliche Verblockungen

  • Verblockungen können auch entstehen, wenn sich ein Wildwassersportgerät im verblockten Wasser verklemmt

  • daher kann das Schwimmen gefährlich sein

Schwimmen

in einem verblockten Gewässer

kann gefährlich sein

 

4.3. Was ist ein Katarakt? Und was müssen Sie dabei beachten?

  • Ein Katarakt ist eine Folge von Abfällen (keine Wasserfälle!)

  • Starkes Gefälle (hohe Strömungsgeschwindigkeit)

Katarakte vor jeder Fahrt besichtigen

(Gewässerbedingungen können sich ständig verändern)

 

4.4. Was ist eine Floßgasse? Und was müssen Sie dabei beachten?

  • Eine Floßgasse ist ein Wassergerinne speziell für Flöße;

  • Eine Floßgasse wird meist an Wehren als Umleitung gebaut, um das Flößen zu ermöglichen

Im Zweifelsfall immer umtragen!

 

4.5. Was ist eine Flusskarte?

Eine Flusskarte ist eine detaillierte Beschreibung eines Flusses oder eines Flussabschnitts, die seinen Charakter und seine Merkmale erklärt:

  • Topografie
  • Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten
  • Schwierigkeitsgrade – bei verschiedenen Wasserständen
  • Notausstiege und Evakuierungsmöglichkeiten
  • Schwälle und Flussbesonderheiten
  • Gefahrenstellen – natürliche und künstliche
  • (Gefälle – wird im Flussführer beschrieben)

 

4.6. Wie wird das Gefälle angegeben?

  • Das Gefälle wird in Promille angegeben

  • Es zeigt den Höhenunterschied in Metern an, auf 1000 m bezogen: 1 Promille = 1 m Höhenunterschied auf 1 km Flusslänge
  • Höhenlinien aus der Karte werden Isohypsen bzw. Isobathen genannt – je enger zusammen, desto mehr Gefälle

4.7. Sagt ein angegebenes Gefälle etwas über die Strömungsgeschwindigkeit eines Flusses aus?

  • Ein angegebenes Gefälle sagt nur bedingt etwas über die Strömungsgeschwindigkeit eines Flusses aus;

  • Die Strömungsgeschwindigkeit selbst wird stark durch Hindernisse (wie etwa starke Verblockung) beeinflusst.

4.8. Welche Charakteristik und Gefahren weist ein Gebirgsfluss auf?

  • Starkes Gefälle

  • (Relativ) nahe an der Quelle

  • Schwankender Wasserstand

  • Verblockungen und (natürliche) Hindernisse

4.9. Nennen Sie die markantesten Merkmale eines Hochwassers?

  • Das Wasser ist meistens trüb

  • Es sind keine Kiesbänke mehr sichtbar

  • Der Wasserspiegel erreicht oder überschreitet die Vegetationsgrenze

  • Die Wellen sind lang und glatt

  • Vermehrte Treibholzführung

 

4.10. Was ist ein Kessel? Und was müssen Sie dabei beachten?

  • Ein lufthaltiges, schäumendes Wasser hinter hohen Stufen oder Felsen: geringer Auftrieb

  • An der Wasseroberfläche auftretende Verschneidungen wirken wie ein Loch (Strudel, Strömung nach unten gerichtet)

4.11. Was ist eine Klamm (Schlucht)? Und was müssen Sie dabei beachten?

  • Direkt aus dem Wasser aufsteigende Felswände, zwischen die das Wasser „geklemmt“ ist.

  • Hindernisse (etwa angeschwemmte Baumstämme) sind in einer Schlucht besonders gefährlich!

  • kaum Kehrwasser
Flussverlauf genau erkunden (schwere Passagen vorher besichtigen)

 

 

4.12. Was versteht man unter Kehrwasser? Und was müssen Sie dabei beachten?

  • Eine Region ruhigen oder gegen die Flussrichtung fließenden Wassers

  • Ein Kehrwasser befindet sich immer hinter einem Hindernis oder an der Innenseite einer Fluss-Krümmung (Gegenströmung wird als Bremse genutzt)


4.13. Was versteht man unter Pegel?

  • Ein Pegel ist ein am Flussufer eingerichteter Wasserstandsmesspunkt;

  • Ein Pegel wird oft kombiniert mit einer Vorrichtung zur Messung der Fließgeschwindigkeit/Durchflussmenge

 

4.14. Was ist ein Pilz? Und was müssen Sie dabei beachten?

  • Ein Pilz ist ein aufquellendes (von unten nach oben) Wasser, das sich gleichzeitig im Kreis dreht

  • Tritt meistens nach Prallwänden, hinter Felswänden sowie auch im Kehrwasser auf

 

4.15. Was ist ein Prallhang? Und was müssen Sie dabei beachten?

  • Ein Prallhang ist ein auf der Kurvenaußenseite gelegener Hang

  • Bei starker Strömung drückt das Wasser in Form von Prallwasser und Pilzen am Prallhang in die Höhe

 

4.16. Was ist Prallwasser? Und was müssen Sie dabei beachten?

  • Ein Prallwasser ist ein in die Höhe (etwa am Prallhang, etc.) gepresstes Wasser.

  • Die Höhe des Prallwassers sagt nichts über die Größe der Unterspülung aus.

 

4.17. Was ist ein Schwall? Und was müssen Sie dabei beachten?

  • Eine Strecke mit höherer Strömungsgeschwindigkeit mit starker Wellenbildung

  • Strömungsgeschwindigkeit und Höhen der Wellen und Walzen können je nach Wasserstand variieren (auf Grund der überspülten Hindernisse, die in der Strömung liegen).

 

4.18. Was ist ein Hindernis? Welche Arten von Hindernissen gibt es?

 

  • Ein Hindernis ist alles, was den glatten Lauf eines Flusses stört.

 

  • Es gibt natürliche und künstliche Hindernisse.

 

4.19. Geben Sie Beispiele für natürliche Hindernisse!

  • Stromschnellen, Wasserfälle, Flussbiegungen, Steine und Felsen, Felsbarrieren, Verblockungen, Stufen, Schwälle, Katarakte, verklemmte Bäume


4.20. Geben Sie Beispiele für künstliche Hindernisse!

  • Wehre aller Art, Brückenpfeiler, Buhnen und Uferbefestigungen, Eisen, Holzpfähle und Piloten, Reste gesprengter und verfallener Brücken, Staudämme, Geschiebesperren, Sohlschwellen, Seile (zB Querseile für Wassermessungen), Müll

4.21. Was sind Schwierigkeitsgrade?

  • Wildwasser-Strecken werden je nach ihrer Befahrbarkeit in verschiedene Schwierigkeitsgrade I – VI
    (Unschwierig – Grenze der Befahrbarkeit) unterteilt
    .

 

4.22. Was bedeuten die einzelnen Schwierigkeitsgrade?
Voraussetzung für die Wildwasserskala ist eine gewisse Wildheit des Gewässers.
Darunter versteht man, dass Flussbett, Uferbett und Strömungsformen weitgehend naturbelassen sind – Staustufen und Wehranlagen sind also sinngemäß kein Wildwasser.

Schwierigkeitsgrade dienen nur zur Orientierung, sie haben keine rechtliche Grundlage.

Schwierigkeitsgrad
Beschreibung Beispiel
I
Unschwierig Regelmäßiger Stromzug, regelmäßige Wellen Inn (ab Mötz)
II
Mäßig schwierig Unregelmäßiger Stromzug und Wellen, mittlere Schwälle,

Walzen und Wirbel, einzelne

Blöcke

Inn Landeck – Imst
III
Noch übersichtliche

Durchfahrten

Hohe unregelmäßige Wellen,

größere Schwälle, kräftige

Walzen, Wirbel und Presswasser,

einzelne Blöcke, Stufen,

vielfache Hindernisse im

Stromzug

Inn – Imster Schlucht

(bei Pegel 200 in

Haiming)

IV
Sehr schwierig Durchfahrten nicht immer erkennbar, Erkundung meist

nötig, hohe andauernde

Schwälle, kräftige Walzen,

Wirbel und Presswasser, Blöcke

versetzt im Stromzug, höhere

Stufen mit Rücksog

Ötztaler Ache –

Waldschlucht (bei Pegel

120 in Tumpen),

Sanna (bei Pegel 80)

V
Äußerst schwierig Erkundung unerlässlich, extreme

Schwälle, Walzen und

Presswasser, enge

Verblockungen, höhere

Gefällestufen mit schwierigen

Ein- oder Ausfahrten

Inn Neuer Zoll –

Nesselgarten (Obere

Landecker Schlucht –

„Inn Shoots“)

VI
Grenze der Befahrbarkeit Befahrbarkeit im Allgemeinen

unmöglich, bei bestimmten

Wasserständen eventuell

befahrbar, hohes Risiko

(kein Beispiel)

Anmerkung:

Beim Rafting gibt es in Tirol keinen 6. Schwierigkeitsgrad – deshalb auch kein Beispiel. Gewerbliches Rafting ist nur bis inklusive Grad IV erlaubt.
Die angeführten Beispiele gelten für die angeführten Wasserstände und können sich bei abweichendem Wasserstand ganz erheblich verschieben. Deshalb können die
gemachten Schwierigkeitsangaben lediglich eine ungefähre Vorstellung von der Schwierigkeit des Flusses geben.

4.23. Was ist ein Strudel? Und was müssen Sie dabei beachten?

  • Ein Strudel ist ein zwischen Stromzunge und Kehrwasser sowie nach Flussmündungen entstehender trichterförmige Wirbel, der nach unten zieht.

  • Starke Strudel sind auch bei Siphonen anzutreffen und deshalb sehr gefährlich
  • Ein Schwimmer wird dabei in die Tiefe gezogen

 

4.24. Was ist eine Stromzunge? Und was müssen Sie dabei beachten?

  • Eine Stromzunge ist ein ohne Rückstau glatt und V-förmig abfließendes Wasser mit hoher Strömungsgeschwindigkeit

  • Eine Stromzunge ist meistens auch die Hauptströmung

 

4.25. Was ist Treideln?

  • Bootsschleppen vom Land aus

  • Wird auch bei unfahrbaren Stellen angewendet

 

4.26. Was ist eine Unterspülung? Und was müssen Sie dabei beachten?

  • Eine Unterspülung ist die Aushöhlung des Ufers unter der Wasseroberfläche

  • Meist an der Außenseite der Flussbiegung bei steilem Ufer

 

4.27. Was ist eine Walze? Wo kann sie sich bilden?

  • Eine Walze ist ein zu einem hohen Wellenberg aufgetürmtes Wasser, wo das Wasser oben schäumend zurückströmt

  • Eine Walze bildet sich nach einem Wellental (Loch)

  • Zur Flussrichtung drehende Wassermasse (mit einer Brandungswelle vergleichbar)

 

4.28. Was ist Wriggen? In welcher Situation wenden Sie das Wriggen an?

  • Wriggen ist eine spezielle Technik (um ein Kajak/Raft seitwärts zu bewegen)

  • Dabei wird das Paddel hin und her bzw. vor und zurück bewegt


4.29. Was ist Flippen? Was müssen Sie dabei beachten?

  • Flippen ist das Kentern eines Rafts. Das Wiederaufrichten nennt man Re-Flip oder Zurückflippen.
  • Das Raft kann mit einer Flippleine oder einem Stechpaddel umgedreht werden, wobei die Leine mit Karabiner oder das Paddel an der Mitte der Umlaufleine eingehängt wird;

  • Nun lässt sich der Schiffsführer rücklings ins Wasser fallen, dabei wird das Boot/Raft wieder in die richtige Lage gebracht.

 

4.30. Was ist ein Wehr? Und was müssen Sie dabei beachten?

  • Ein Wehr ist eine künstlich eingebaute Gefällestufe (häufig mit senkrechten Wasserfällen)

  • Wehre weisen im Unterwasser eine starke Rücklaufzone auf und sind lebensgefährliche Hindernisse

Wehre mit einem Tosbecken (Kastenwehre) sind lebensgefährlich!
Im Zweifelsfall umtragen!

 

 

4.31. Welche Wehrformen gibt es?

Häufig vorkommende Wehrformen:

  • Steilwehr – besonders rücklaufgefährdet

  • Schrägwehr
  • Stufenwehr
  • Kastenwehr – besonders rücklaufgefährdet

Wehre mit einem Tosbecken (Kastenwehre) sind lebensgefährlich!
Im Zweifelsfall umtragen!

4.32. Wie verhält man sich richtig vor einem Wehr?

  • Rechtzeitig anlanden
  • Vorletztes Kehrwasser nehmen (falls man das Kehrwasser versäumt)
  • Situation besichtigen
  • Im Zweifelsfall umtragen

5. Materialkunde

5. Rechtliche Fragen:

(keine)

5. Technische Fragen:

 

5.1. Was bedeutet Spiegel?

  • Spiegel ist das gerade Heck eines Wasserfahrzeuges (z.B.: Asymmetrisches Raft).


 

5.2. Was bedeutet Vertäuen?

  • Vertäuen ist das Befestigen eines Gegenstandes mittels einer lösbaren Verbindung von Seilen, Tauen oder Leinen.


6. Knoten

6. Rechtliche Fragen:

(keine)

6. Technische Fragen:

 


6.1.
Basisknoten

  • Einfacher Achterknoten

  • Doppelter Achterknoten, Heuknoten, Sackstich

  • Gesteckter Achter

  • Mastwurf, Webleinstek

  • Kreuzknoten, Weberknoten
  • Palstek, Bulinknoten
  • HMS-Knoten, Halbmastwurf

6.2. Weitere Knoten

  • Barrelknoten

  • Prusikknoten

  • Truckers Hitch

  • Bandschlingenknoten
  • Doppelte Achterschleife

Anmerkung zu Kap. 6. Knoten

Geändert wird im Tiroler Rafting Lehrplan Kap. 6 folgender Knoten:

  • Palstek, Bulinknoten –> Palstek (Begründung: Bulin nicht identisch mit Palstek)


7. Safety Talk

7. Rechtliche Fragen:

(keine)

 

7. Technische Fragen:

 

 

 

7.1. Wie stellst du dich richtig vor?

  • Ich stelle mich der Gruppe mit meinem Namen vor (Vorname / Nachname und je nach Gästen auch meinem Spitznamen)
  • Ich sage ihnen meine Heimatstadt oder mein Heimatland
  • Ich frage, in welcher Sprache wir kommunizieren können.

7.2. Wie überprüfst du die Ausrüstung der Passagiere?

  • Ich überprüfe den Sitz der Helme: Sie sollen nicht zu locker sitzen und die Riemen sollen straff angezogen sein.
  • Die Schwimmweste muss gut passen. Wenn man oben an ihr zieht, muss sie am Körper bleiben und nicht über den Kopf herausrutschen. Der Hüftgurt muss angezogen sein.
  • Der Neoprenanzug sollte nicht zu weit sein, dass sich das Wasser nicht zu schnell austauscht.
  • Ich überprüfe auch die Brillen der Gäste. Die Bügel sollten mit Riemen befestigt sein, damit die Brille nicht verloren werden kann.


7.3.
Wo positioniert man welche Passagiere (schlanke, schwere, nervöse, sportliche, starke und schwache)?

  • Sportliche und gute Paddler sollen vorne sitzen.
  • Schwere Passagiere sollten in der Mitte sitzen.
  • Schwache Paddler und ängstliche Passagiere sollten hinten beim Guide sitzen.


7.4.
Wo platziert man übergewichtige Passagiere?

  • Übergewichtige Passagiere sollten in der Mitte sitzen, um um das Gleichgewicht im Boot halten zu können


7.5.
Erkläre die korrekte Sitzposition!

  • Ein- und Aussteigen erklären (Einsteigen, Anlanden, Kinder)
  • Erklärung der verschiedenen Plätze im Boot
  • Beine im Boot, Erklärung der Fußhaltevorrichtungen


7.6.
Erkläre die Verwendung von Fußschlaufen und Querwülsten!

  • Das Raft muss für jeden Passagier 2 geeignete Fußhaltevorrichtungen aufweisen, deren Anbringung so zu erfolgen hat, dass ein Durchrutschen oder ein Hängenbleiben möglichst verhindert wird. Fußhaltevorrichtungen können sein: Fußschlaufen (Gurte oder Leinen), Fußtaschen, oder Querwülste.
  • Boote sollten anstatt mit Fußschlaufen mit Fußtaschen ausgestattet sein, um Verletzungen zu vermeiden.

7.7. Welche Fragen müssen den Passagieren vor der Fahrt gestellt werden?

  • Schwimmer / Nichtschwimmer
  • Alkohol, Drogen
  • Krankheiten (zB Epileptiker, Asthma, Herz, Bandscheiben, …)
  • Wertsachen
  • Option, dass der Guide dem Gast für ein Einzelgespräch zur Verfügung steht

7.8. Welche Paddelschläge lehrst du deine Passagiere? Welche Kommandos erklärst du ihnen?

  • Zwei Arten von Paddelschlägen:
  • Grundschlag vorwärts
  • Grundschlag rückwärts

  • Zum Befahren des Flusses ist es nötig, dass alle als Team zusammenarbeiten. Kommandos werden klar angesagt. Es gibt folgende Kommandos: Alle Vorwärts – Alle Rückwärts – Rechts rückwärts – Links rückwärts.
  • Alle Kommandos:
    • Alle vorwärts
    • Alle rückwärts
    • Links vorwärts
    • Links rückwärts
    • Rechts vorwärts
    • Rechts rückwärts
    • Stopp
    • Alle nach links
    • Alle nach rechts
    • Alle ins Boot
    • Position

    7.9. Welche Umweltaspekte vermittelst du deinen Passagieren?

    • Rücksicht – Miteinander
    • Ökologisches Verhalten sollte bei so einer naturnahen Sportart wie beim Rafting selbstverständlich sein. Die wichtigsten Verhaltensregeln:

    • Keine Verschmutzung von Fluss und Ufer
    • Keinen Müll wegwerfen
    • Ein- und Ausstiegsstellen sauber halten
    • Die vorgesehenen öffentlichen Toiletten verwenden
    • Unnötigen Lärm vermeiden
    • Wenn Fischer begegnet wird: Ruhig sein und vorbeigleiten – möglichst auf der gegenüberliegenden Flusshälfte

    7.10. Welche Anweisungen gibst du, wenn ein Passagier über Bord geht?

    • Aktiv zum Boot hin schwimmen
    • Rundumleine
    • Die Mannschaft hilft einen Schwimmer ins Boot zu ziehen


    7.11.
    Wie ist die korrekte Schwimmposition?

    • Richtige Wildwasser-Schwimmposition:
    • Aktives Schwimmen: Bauchlage und kraulen zum Boot zurück
    • Passive Wildwasserschwimmlage: Rückenlage, Füße flussabwärts, Beine leicht angebeugt

    7.12. In welchen Situationen soll ein Schwimmer ans Ufer schwimmen?

    • Wenn er zu weit weg vom Boot ist
    • Wenn das Boot außer Sichtweite ist
    • Wenn das Boot festsitzt
    • Wenn er schon am Ufer ist
    • In einzelnen Fällen vor einem Wehr

    7.13. Erkläre den Gebrauch eines Wurfsacks!

    • Sollte ein Schwimmer weit vom Boot entfernt sein und kann er nicht mehr aktiv zum Boot zurück gelangen (z.B. Schwimmen gegen die Strömung), sollte man versuchen, mit dem Boot hinzukommen (optimal).
    • Ansonsten gibt es den Wurfsack, um den Schwimmer zum Boot zurückzuziehen.
    • Handhabung: Der Schwimmer sollte immer mit dem Guide auf dem Boot Blickkontakt aufnehmen, dann kommt vom Guide der Ruf „Wurfsack“.
    • Er wirft dann den Wurfsack so zu, dass er im Idealfall über die Schulter des Schwimmers hinweg fliegt oder aber nahe bei ihm landet.
    • Der Schwimmer ergreift dann mit beiden Händen das Seil (nicht den Sack) und hält es fest bis er am Boot ist.

    7.14. Welche Gefahren gibt es bei einem Wurfsack und seiner Leine?

    • Niemals das Seil um das Handgelenk, den Arm oder gar um den Hals wickeln. Kommt Zug auf das Seil kann man so nicht mehr loslassen und Arm oder Hals werden abgeschnürt!
    • Der Schwimmer lässt sich zum Boot zurückziehen – idealerweise in Rückenlage, weil sich so das Wasser hinter dem Kopf staut und man vor dem Gesicht Luft zum Atmen hat.

    7.15. Erkläre, wann und warum ein Flipp passiert!

    • Ein Flipp ist eine Kenterung. Mit einem Flipp ist immer zu rechnen.

    7.16. Erkläre das richtige Verhalten bei einem Flipp und nach dem Flipp!

    • Flippt das Boot, sind alle im Wasser – auch der Guide!

    • Verhalten beim Flipp:

    • Keine Panik
    • Gast ist (kurz) auf sich allein gestellt
    • Paddel festhalten
    • Guide dreht das Boot um (Leine auslassen)
    • Auf flussaufwärtsgewandte Seite schwimmen wenn möglich
    • Alle Gäste wieder ins Boot
    • Besatzung zählen – auf Vollständigkeit überprüfen

    7.17. Welche Anweisungen gibst du, wenn du das Raft reflippen willst?

    • Um das Boot zurück zu flippen, steigt der Bootsführer aufs Boot und dreht es mit Hilfe der Flippleine wieder um.
    • Dazu gibt es ein Kommando: „Alle loslassen“. Das heißt für alle Gäste, dass sie die Leine kurz loslassen, damit der Guide das Boot wieder umdrehen kann.
    • Es ist wichtig, dass alle Gäste kurz loslassen, auch wenn sie sich am Boot am sichersten fühlen, weil der Guide sonst das Boot nicht zurück flippen kann.
    • Der Bootsführer steigt dann wieder ins Boot und hilft den Gästen hinein.

    7.18. Was checkst du zuerst nach einem Flipp? Was nach dem Reflipp?

    • Passagiere zählen
    • Wo sind sie, in welchem Zustand
    • Sind Passagiere unter dem Boot?
    • Nach dem Reflipp: Sind alle am Boot geblieben oder abgetrieben worden?

    8. Verhalten beim Unfall

    8. Rechtliche Fragen:

    8.1. Allgemeine Verhaltensregeln bei einem Rafting-Unfall?

    • Pflicht Menschenleben zu retten

    • Mitwirkung an der Feststellung des Sachverhaltes

    • Identitätsnachweis bzw. -austausch (auch Versicherungsdaten)

    • Eventuelle Kennzeichnung der Unfallstelle als Schifffahrtshindernis

    • Meldung an nächste Sicherheitsdienststelle (insbesondere bei Personenschaden!)

     

    8.2. Wann müssen Sie einen Rafting-Unfall der nächsten Sicherheitsdienststelle melden?

    • Insbesondere dann, wenn eine Person verletzt worden ist.

    • Eine Meldung an die nächste Sicherheitsdienststelle kann unterlassen werden, wenn kein Personenschaden entstanden und ein Identitätsnachweis (-austausch) erfolgt ist.

     

    8.3. Wann und in welcher Form muss ein Schiffsführer Hilfe leisten?

    • Der Schiffsführer muss bei einem Unfall alle verfügbaren Mittel zur Rettung der an Bord seines Rafts befindlichen Personen einsetzen.
    • Bei Gefahr ist der Schiffsführer eines jeden in der Nähe befindlichen Fahrzeugs zur Hilfeleistung verpflichtet!
    • Kann keine Hilfe geleistet werden, dann ist der Schiffsführer verpflichtet, so rasch als möglich Hilfe herbeizurufen.

     

    8.4. Wie muss sich ein Schiffsführer verhalten, wenn er ein noch nicht gekennzeichnetes Schifffahrtshindernis entdeckt?

     

    • Bemerkt der Schiffsführer ein Hindernis, das die Schifffahrt gefährden könnte, so hat er dies unverzüglich der nächsten erreichbaren Sicherheitsdienststelle zu melden.


     

     

    8.5. Wie verhalten Sie sich, wenn Sie eine Gewässerverunreinigung feststellen oder selbst eine Gewässerverunreinigung verursachen?

    • Meldung an die nächste erreichbare Sicherheitsdienststelle!


    8. Technische Fragen:

     

    (keine)

    9. Rescue – Bergetechniken

    9. Rechtliche Fragen:

    (keine)

     

    9. Technische Fragen:

     

     

     

    9.1. Welche 15 Grundregeln gelten bei der Wildwasserrettung (von Land aus)?

    1. Trage immer die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung (Schwimmweste, Helm, Kälteschutz)
    2. Stelle jemanden am Rettungsort auf
    3. An erster Stelle steht immer deine eigene Sicherheit
    4. Bereite einen Ersatzplan vor (falls dein Rettungsplan fehlschlägt)
    5. Positioniere mehrere Retter an beiden Uferseiten flussabwärts
    6. Wende zuerst einfache, risikoarme Techniken an
    7. Verwende immer die richtige Ausrüstung
    8. Setze nie deine Füße in fließendes Wasser
    9. Erwarte nie von einem Verunglückten, bei seiner eigenen Rettung behilflich zu sein
    10. Binde nie ein Seil direkt an einen Retter
    11. Spanne nie ein Seil im rechten Winkel zur Strömung
    12. Wenn du ein eingeklemmtes Boot befreist, stell dich oberhalb des gespannten Seils auf
    13. Wenn du einmal das Opfer hast, verliere es nicht wieder
    14. Verwende immer die passende Ausrüstung für deinen persönlichen Schutz
    15. Versuche immer einen Unfall zu vermeiden, bevor es zu spät ist

    Es gilt der Grundsatz: Mensch vor Material


    9.2. Was bedeutet „vom niedrigen zum hohen Risiko“?

    • Es ist generell immer besser eine wenig risikoreiche Rettungsmöglichkeit zu wählen als eine riskante.
    • Wähle deine Bergungsmethoden der Reihe nach:
      Erreichen (niedriges Risiko)
      Paddeln |
      Werfen |
      Schwimmen (des Retters)
      |
      Ziehen V
      Hubschrauber (hohes Risiko)


    9.3. Erkläre die wichtigsten Knoten und die Verwendung bei einer Rettungs-/Bergungssituation!

    • Einfacher Achterknoten

    • Doppelter Achterknoten, Heuknoten, Sackstich

    • Gesteckter Achter

    • Mastwurf, Webleinstek

    • Kreuzknoten, Weberknoten
    • Palstek
    • HMS-Knoten, Halbmastwurf

    siehe dazu auch Kapitel 6.1 Basisknoten


    9.4. Welche sind die häufigsten Verletzungen bei Wildwasserunfällen? Wie gibst du Erste Hilfe bei diesen von dir erwähnten Verletzungen?

    • Gesichtsverletzungen (Cuts, Kratzer): Reinigen, Blutung stillen, Pflaster, verbinden
    • Schulterverletzungen: Ruhig stellen, kühlen
    • Verletzungen durchs Paddel: Ruhig stellen, kühlen
    • Verrenkungen, Verstauchungen: Ruhig stellen, kühlen
    • Grundsätze: Ruhe bewahren, Eigenschutz (zB Handschuhe)

    9.5. Erkläre korrekte Wiederbelebungsmaßnahmen!

    • Siehe Checkliste Erste Hilfe – Reanimation (Rafting Lehrplan Kap. 8.3)
    • Hinweis zu „A – Atemwege freimachen – Patient auf den Rücken“: Patient in die Seitenlage, um Wasser aus der Lunge zu bringen


    9.6. Erläutere, ob du zuerst den Schwimmer flussaufwärts oder flussabwärts des Bootes birgst! Warum?

    • Den Schwimmer flussabwärts, er ist in größerer Gefahr
    • Schon beim Safety Talk wird der Gast darauf hingewiesen, möglichst nicht flussabwärts des Bootes zu kommen.
    • Allgemein wird natürlich der Gast geborgen, der in größerer Gefahr ist (auch wenn es der Schwimmer flussaufwärts ist)


    9.7. Wenn es keine andere Möglichkeit gibt – mit welchem Teil des Rafts versuchst du einen Brückenpfeiler zu treffen?

    • Mit der schmalen Seite (= Bug oder Heck), nicht mit der Mitte


    9.8. Was musst du tun, wenn eine Person in einem umgekippten Boot gefangen ist?

    • Unter das Boot tauchen und herausziehen
    • Wenn nötig Fußtaschen oder Querwulst mit dem Messer durchschneiden


    9.9. Wie rettet man Personen aus einem Rücklauf?

     

    • Die Sicherheitskette ins Rollen bringen (nicht allein)
    • Nur von außen retten (Eigenschutz)
    • Wurfsack
    • Wehre mit Rücklauf im Zweifelsfall nicht befahren


    9.10. In welchen Situationen verwendet man einen Brustgurt? Worauf muss man beim Verwenden eines Brustgurts achten?

    • Ein Brustgurt ist eine Schwimmweste/Rettungsweste mit Panikverschluss, den der Träger schnell selbst lösen kann.
    • er Brustgurt wird gebraucht, um einen Retter auf eine sichere Art und Weise an ein schwimmendes Seil im Wasser zu binden.
    • Zur Rettung von Personen und Material
    • Man muss sich in kritischen Situationen von dem Seil, an dem man hängt, lösen können (Panikverschluss).
    • Direkt an ein Seil befestigt zu sein, ohne dass man sich befreien kann, ist problematisch.
    • Man muss achten, dass es richtig eingefädelt ist, dass die Schnalle geschlossen ist, und dass die Schnalle gut geöffnet werden kann.


    9.11. Welche Gefahren gibt es beim Gebrauch von Seilen bei einer Bergung?

    • Verhedderung
    • Direkt in ein Seil eingebunden zu sein ist gefährlich.
    • In kritischen Situationen soll man sich von dem Seil, an dem man hängt, lösen können.


    9.12. In welchen Situationen ist es nötig ein Messer zu verwenden? Nenne zwei Beispiele!

    Um Gefahren für Menschen abzuwenden

     

    • Beispiel: Fußschlaufe zerschneiden
    • Beispiel: Wulst aufstechen
    • Beispiel: Boot verklemmt
    • Beispiel: Kappen von Seilen


    9.13. Was ist ein Flaschenzug und warum ist er ein gutes Rettungssystem?

    • Ein Flaschenzug ist eine fortgeschrittene Bergetechnik und ein gebräuchliches Ziehsystem für Rafter
    • Erfahrene Rafter können damit ein verklemmtes Boot befreien oder ein Seil über einen Fluss spannen
    • Weil man die Zugkraft um ein Vielfaches erhöhen kann

    9.14. Welche Seilart verwendest du um ein verklemmtes Raft zu befreien? Warum?

    • Ein statisches Seil (reckfrei, ein Seil mit geringer Dehnung)
    • Weil es nicht nachgibt



    10. Schifffahrtszeichen

    10. Rechtliche Fragen:

     

    10.1. Welche Gruppen von Schifffahrtszeichen gibt es?

    • Verbotszeichen

    • Gebotszeichen

    • Zeichen für Einschränkungen

    • Empfehlungszeichen

    • Hinweiszeichen

    • Sonstige Zeichen (wie z.B. Bojen)

    10.2. Wozu dienen die Schifffahrtszeichen?

    Schifffahrtszeichen dienen der Verkehrsregelung (auf dem Wasser).

    • Schifffahrtszeichen werden von der Behörde dann aufgestellt, wenn dies aus Gründen der Sicherheit der Schifffahrt und von Personen geboten ist.

    • Die Beschädigung, unbefugte Anbringung, Entfernung oder Verdeckung von Schifffahrtszeichen, die Veränderung ihrer Lage oder Bedeutung sowie die Anbringung von Beschriftungen, bildlichen Darstellungen und dergleichen ist verboten.
    • Der Schiffsführer ist verpflichtet, die ihm mittels Schifffahrtszeichen erteilten Anordnungen sowie Empfehlungen und Hinweise zu beachten, und Schäden oder Veränderungen an Schifffahrtszeichen, deren Unbrauchbarkeit oder Entfernung der nächsten Sicherheitsdienststelle zu melden.

    10.3. In welcher Art und Weise können Schifffahrtszeichen gestaltet sein?

    Schifffahrtszeichen können insbesondere als

    • Tafelzeichen

    • Lichtzeichen

    • Flaggen

    • Signalkörper

    • schwimmende Zeichen

    ausgestaltet sein.
    Schifffahrtszeichen müssen in Art und Größe so angebracht sein, dass Sie von den Schiffsführern rechtzeitig erkannt werden können!

    10.4. Welche Bedeutung haben folgende Schifffahrtszeichen?

    • Im Zuge der Prüfung muss der Kandidat/die Kandidatin die Bedeutung von einzelnen Schifffahrtszeichen erklären können!

    • –> siehe Tiroler Rafting Lehrplan – Kapitel 10 „Schifffahrtszeichen“

    Anmerkung zu Kap. 10. Schifffahrtszeichen

    Ergänzt werden im Tiroler Rafting Lehrplan Kap. 10 folgende Schifffahrtszeichen:

    • Liegegebot: gekennzeichnete Ein/Ausstiegsstelle
    • Schifffahrtshindernis: Beispiel in Roppen – Saugschlauch Tunnelbaustelle
    • Allgemeine Gefahr: in Hinweiszeichen
    • Zusatztafel: Beispiel „in 50 m“

    10. Technische Fragen:

    (keine)

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    Autor: Christian Klingler

    asolvo - internetlösungen und risikomanagement DI Christian Klingler Integriertes Risikomanagement für Unternehmen im alpinen Raum mit modernen Internetwerkzeugen

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